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Aufrunden bitte – einfach Gutes tun

Das Problem dürfte uns allen bekannt sein: Nach dem Einkauf folgt das Bezahlen an der Kasse. Doch nicht selten erhält der Käufer dabei eine Vielzahl kleiner Münzen zurück. Oft sind es gerade die Cent-Beträge, die einerseits die Brieftasche dick werden lassen, andererseits aber zu gering sind, um sie auszugeben. Das ist ärgerlich, führte bislang aber auch zu vielen kreativen Ideen, diese unbedeutenden Summen zu sammeln. Besonders positiv sticht dabei gegenwärtig die Initiative "Deutschland rundet auf" hervor. Hier wird das Geld nicht nur aus allen Teilen der Republik zusammengetragen, sondern auch für soziale Projekte und somit für einen guten Zweck gespendet.

Worum handelt es sich bei dem Projekt?

Es sind insbesondere die vermeintlich krummen Summen, die dazu führen, dass der Käufer viele Centstücke von der Kassiererin erhält. Gerade diese sollen nun aber hilfreich eingesetzt werden. Dafür wird der anfängliche Preis um höchstens 10 Cent aufgerundet. Müssen etwa 4,73 Euro bezahlt werden, so kann der Kunde auf volle 4,80 Euro runden. Die Differenz von 7 Cent wird gesammelt, in allen Filialen und allen teilnehmenden Betrieben bundesweit zusammengetragen und schließlich für soziale Projekte eingesetzt. Nun mag der beispielhafte Betrag der 7 Cent sehr gering klingen, doch zählt hier ausschließlich der Masseneffekt. Denn gekauft wird immer. Zu Hunderttausenden und Millionen stehen die Kunden in ganz Deutschland an jedem Tag an den Supermarktkassen. Selbst wenn jeder von ihnen nur 1 Cent spenden würde, kann das über den gesamten Zeitraum des Projektes einen warmen Geldregen für manch bedürftige Einrichtung bedeuten. Und davon profitiert am Ende immer auch die Gesellschaft. Übrigens leitet die Initiative "Deutschland rundet auf" alle Einnahmen vollständig weiter und überwacht auch die Verteilung der Spenden. Sehr eng ist dabei die Zusammenarbeit mit den sozialen Einrichtungen, dem Bildungswesen sowie Stiftungen des Natur- und Umweltschutzes. Denn hier landen die Beträge letztlich, die jeder Käufer an der Kasse aufrunden lässt.

Wo kann aufgerundet werden?

Bei alledem wäre es zu einfach, lediglich die Supermärkte als Partner des Projektes anzusehen. Vielmehr sind viele Einkaufszentren, Schuhläden, Baumärkte, Drogerien und Parfümerien sowie viele weitere Shops daran beteiligt. Gegenwärtig haben sich rund 12.000 Filialen dazu entschlossen, auf diese Weise Gutes zu tun und die Endbeträge nach Wunsch des Kunden aufzurunden. Dabei wird zudem deutlich, wie viel Positives auch kleine Summen beitragen können: Denn in allen teilnehmenden Geschäften laufen in jedem Jahr etwa 1,5 Milliarden Bezahlvorgänge an. Schnell zeigt sich dabei, welche Summen zusammenkommen können, wenn sich auch die Kunden daran beteiligen und geringe Cent-Beträge aufrunden lassen. Diese erkennen die dafür entsprechenden Märkte übrigens an dem typischen Symbol des Projektes: An den Eingangstüren sowie den Kassen ist dafür eine blaue Sprechblase angebracht, die mit dem Wunsch "Aufrunden bitte!" für die Initiative wirbt. Da das Projekt ab März 2012 angelaufen ist, sollten daher mittlerweile alle Partner über derlei Symbole verfügen und es ihren Kunden somit leichter machen, ein wenig Geld für gute Zwecke an den Kassen zu hinterlassen. Das Programm läuft zudem bundesweit, kann also hoch im Norden ebenso genutzt werden wie im Süden, im Westen des Landes gleichfalls wie im Osten.

Wofür wird die Spende eingesetzt?

Wichtig für das Projekt ist es, die eingenommenen Gelder nicht nur transparent zu verteilen, sondern damit ferner nachhaltig Gutes zu bewirken. Umso höher sind die Anforderungen an die Auswahl und die Überwachung des Weges, den jeder einzelne Cent geht. Daher werden auch nicht unterschiedliche Einrichtungen zur selben Zeit gefördert, sondern ein jedes von ihnen bekommt solange alle Spendensummen, bis der eigene Bedarf gedeckt ist. Dieser liegt in der Regel zwischen 100.000 Euro und 300.000 Euro, wobei stets im Einzelfall zu entscheiden ist, auf welche Zahlung man sich einigt. Diese Höhe wird daher vorab festgelegt. Ist die entsprechende Einrichtung dann an der Reihe, werden ihr solange die Gelder ausgezahlt, bis der zuvor fixierte Betrag erreicht wurde. Erst dann widmet sich das Projekt einem neuen Partner, der nun seinerseits die Deckung seines Bedarfes erfährt. Damit wird sichergestellt, dass alle sozialen Programme gleichermaßen ihren Anteil beziehen und sich der Spender nicht zwischen zweien oder sogar mehreren von ihnen entscheiden muss. Diese Transparenz und Gleichberechtigung sind es daher, die "Deutschland rundet auf" von vielen anderen Initiativen unterscheidet und sie dabei positiv heraushebt. Vorteilhaft ist zudem, dass alle bedürftigen und nachhaltig arbeitenden Stellen für die Spenden infrage kommen und auch dabei kein Bereich besser oder schlechtergestellt ist.

Für die Zukunft des Landes

Entscheidend dabei ist es außerdem, dass nur solche Partner gefördert werden, die bereits in der Vergangenheit nachgewiesen haben, mit Spendengeldern gut, effizient und somit nachhaltig arbeiten zu können. Damit soll sichergestellt werden, dass nicht ein Programm plötzlich über Summen verfügt, mit denen es nicht umzugehen weiß und die daher sinnlos vergeudet werden. Der Anspruch, tatsächlich mit jedem einzelnen Cent Gutes zu bewirken, zeigt sich daher auch in der Auswahl der teilnehmenden Einrichtungen. Dabei handelt es sich etwa um soziale Vereine, um Stiftungen für den Naturschutz, Partnerprogramme zwischen Jung und Alt sowie natürlich viele Initiativen, die sich der Bildung der Kinder und Jugendlichen widmen. Natürlich muss diesen Partnern des Projektes auch die nötige Zeit gelassen werden, die eigenen Ziele zu erreichen und den Zweck der Spende somit umzusetzen. Da diese ihr außerordentlich hohes Bewusstsein zur Gestaltung der Zukunft sowie ihren Allgemeinnutz bereits sehr deutlich nachgewiesen haben, kann jeder Spender guten Gewissens darauf vertrauen, dass auch die kleinen Beträge am Ende etwas Großes bewirken. Denn nur wenn alle Bürger und Initiativen gemeinsam an einem Strang ziehen und selbst mit geringen Beiträgen gezielt zusammenarbeiten, kann die Zukunft des Landes im Sinne nachfolgender Generationen mitgestaltet werden.